KRM - Koordinationsrat der Muslime
2015-01-15
Statement zum Paris-Anschlag im Rahmen der DIK

Sehr geehrter Herr Minister De Meziere,
Sehr geehrte Frau Ministerin Schwesig,
Sehr geehrte Frau Ministerin ozoguz,
Sehr geehrte Vertreter der Presse,
Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Wir erleben schwieriege Zeiten. In diesen schwierigen Zeiten mussen wir zusammenstehen, wie wir das heute tun. Mit “wir” meine ich alle Burgerinnen und Burger, welcher Religion wir auch immer angehoren oder ethnischer Herkunft wir auch immer sind, ob staatliche Vertreter oder Vertreter von Religionsgemeinschaften oder auch Einzelpersonen; wir, fur die der Zusammenhalt unserer Gesellschaft wichtig ist.
Mit aller Deutlichkeit haben Muslime und ihre Religionsgemeinschaften sei es in Deutschland, Frankreich und anderen Landern unmittelbar nach dem feigen Anschlag in Paris diesen menschenverachtenden Angriff auf das Scharfste verurteilt.

Heute mochten wir Muslime in der deutschen Islamkonferenz,
- hier spreche ich nicht nur im Namen des Koordinationsrates der Muslime, sondern auch im Namen der hier anwesenden weiteren islamischen Religionsgemeinschaften und Muslime
noch einmal die Gelegenheit ergreifen, den terroristischen Akt in Paris und auch andererorts zu verurteilen.
Der Anschlag in Paris ist ein Anschlag auf unsere demokratischen Werte, auch ein Anschlag auf unsere islamischen Werte. Es ist eine abscheuliche Tat, die wir auf das Scharfste verurteilen. Unsere Trauer gilt den Opfern und ihren Hinterbliebenen.
Keiner sollte nach einer Legitimierung des Terrors suchen, den gibt es nicht, weder im Islam noch in einer anderen Religion noch in einer anderen Weltanschauung, die Vernunft zu ihrem Masstab macht. Terror hat eben keine Religion.

Die islamische Lehre verdeutlicht in ihren authentischen Quellen wie Qur'an und Tradition des Propheten Muhammad (s) sehr deutlich, dass die Wurde des Menschen, seine Freiheit und sein Leben einen ausserst hohen Wert haben.
Menschen aus Taif, die den Propheten mit Blasphemie und Gewalt begegneten und ihn mit Steinen bewarfen, begegnete er mit Barmherzigkeit und Gebeten der Rechtleitung.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Wir durfen nicht zulassen, dass Radikale, Extremisten und Terroristen welcher Coulour auch immer, unsere Gesellschaft auseinanderdividieren.
Wir durfen nicht zulassen, dass Brucken des Dialogs und der Begegnung, die wir gemeinsam jahrzehnte lang aufgebaut haben, zerstort werden.
Wir durfen nicht zulassen, dass Nachbarn unterschiedlicher religioser und ethnischer Herkunft, die seit vierzig bis funfzig Jahren miteinander leben, durch extremistische Polarisierungsbestrebungen zu Fremden werden.
Wir durfen nicht zulassen, dass Extremisten diese feigen Akt fur Ihre kruden Interessen missbrauchen.
Daher stehen wir heute hier gemeinsam und erheben uns gegen Gewalt, Unrecht, und Terror und fur den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Ich mochte allen danken, die in diesen schwierigen Tagen zur Besonnenheit aufgerufen haben, die in aller offentlichkeit deutlich gemacht haben, dass das, was in Paris geschehen ist, die Untat von Verbrechern ist, die die Religion des Islam fur ihre perfiden Zwecke missbrauchen. Es darf weder dem Islam noch den Muslimen angelastet werden. Eine Generalverdachtigung von Muslimen ware ein Zubrot fur radikale islamfeindliche Gruppierungen.
Daher ist Besonnenheit Gebot der Stunde.

Danke fur Ihre Aufmerksamkeit.

   

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